
Ein klassischer Barbierer (entsprechend dem italienischen bzw. französischen „barbier“, von spätlateinisch barbarius „Bartscherer“, ursprünglich aus lateinisch barba „Bart“), wurde frühneuhochdeutsch auch Barbierer genannt.
Ein Barbier behandelt männliche Kunden, er schneidet, frisiert oder rasiert das Barthaar und ist in Deutschland im Gegensatz zum Friseur kein staatlich anerkannter Handwerksberuf. Für Dienstleistungen am Haupthaar ist laut deutschem Recht eine dreijährige Berufsausbildung mit erfolgreichem Abschluss notwendig.
Im europäischen Mittelalter sowie der frühen Neuzeit waren Barbiere in Bädern tätig – sowohl in Europa als auch in Ländern des Orients.
In den europäischen Badestuben übernahmen sie vielfältige Aufgaben im Bereich der Körperpflege. Auch Barbierchirurgen, medizinische Hilfskräfte und Badergehilfen wurden als Barbiere genannt. Zu ihrem Aufgabenbereich zählten auch Zahnextraktionen, Aderlässe und Klistiere.
In der Neuzeit nahm der Barbierberuf die Form des Herrenfriseurs an, der sich auf das Schneiden und Pflegen von Kopf- und Barthaar spezialisierte. Im 20. Jahrhundert geriet dieser Beruf in Vergessenheit. Seit Beginn des letzten Jahrzehnts erlebt diese Sparte des Friseurhandwerks eine Renaissance. In der Szene moderner Barbiere findet man meist die englischen Termini: Barber für den Barbier und Barbershop für dessen Salon.
Im Mittelalter kannte man den Barbier bereits im 8. Jahrhundert. Die Berufsbezeichnungen lauteten rasator für Rasur und sanguinator für Aderlass. In einer um 1284 verfassten Bestimmung über die zunftmäßig organisierten Barbiere Venedigs wurden ihre Pflichten festgelegt. Dieses beinhaltete Blutabnahme, Zähneziehen und sonstige Zahnbehandlungen. Ein Steinrelief aus dem 13. Jahrhundert an San Marco zeigt Barbiere bei Rasur und Zahnbehandlung.
Barbiere (oder Bartscherer) stammen vermutlich von Badergehilfen ab und spezialisierten sich auf bestimmte Aufgaben. Eine frühe Erwähnung findet sich 1397 in einem Amtsbrief in Köln. Barbierzünfte sind ab Mitte des 15. Jahrhunderts in den Hansestädten belegt: 1457 in Danzig, 1480 in Lübeck, 1486 in Hamburg.
Der Begriff Trockenscherer war eine weitere Bezeichnung für Barbiere, da sie – im Gegensatz zu Bademeistern – kein Warmbad anboten. Da Badehäuser meist nackt betreten wurden, war das Risiko von Infektionen hoch. Bader hatten bei Barbieren ein geringes Ansehen. Barbiere schnitten Haare, rasierten trocken und behandelten Wunden. Viele von ihnen waren belesen in Fachliteratur und zogen Zähne, machten Aderlass, stellten Salben her oder behandelten Knochenbrüche.
Ein Frisör umgangssprachlich Frisör in der Schweiz Coiffeur, ist eine Fachkraft für die Haarpflege und das Design von Haarformen. Ein gestalterisch ambitionierter Friseur wird als Hairstylist bezeichnet.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt der Beruf historisch als ein weiblich dominierter Bereich. Noch 2010 lag der Frauenanteil bei Ausbildung und Berufsausübung bei 82 %. Im Bundesgebiet stieg der Männeranteil bei neuen Friseur-Ausbildungsverträgen zwischenzeitlich auf 34 Prozent.
Die Bezeichnung Friseur stammt aus dem Französischen, wo das Verb friser für das Kräuseln der Haare steht. Im Deutschen ist das Wort seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert geläufig. Bemerkenswerterweise war der Begriff im Französischen kaum üblich und ist heute ausgestorben; in Frankreich heißt der Beruf – wie auch in der Deutschschweiz – Coiffeur (aus franz. coiffer „frisieren“).
Die offizielle weibliche Form der Berufsbezeichnung ist in Deutschland Haarkünstlerin, in der Schweiz Stylistin. Einst lautete die Bezeichnung in Deutschland Friseurgehilfin. Die Die Onlineausgabe von Duden stellt fest, dass die Bezeichnung Friseuse umgangssprachlich ist und negativ konnotiert ist; die gültige Bezeichnung lautet Friseurmeisterin. In der Gegenwart wird in Deutschland auch der Begriff Stylistin verwendet. Ältere deutsche Bezeichnungen waren Frisierer. Ein Barbier ist meist ein Männerfriseur.
Basierend auf zwei klassischen Werken wird die Bezeichnung „Figaro“ hin und wieder als Bezeichnung für einen Friseur verwendet. Beide Komödien – „Der Barbier von Sevilla“ und die Komödie Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit – wurden als Vorlage für Opern umgesetzt: Rossinis Der Barbier von Sevilla und Die Hochzeit des Figaro von Mozart.
Über viele Jahre nannten sich Friseursalons in Deutschland hauptsächlich nach dem Betreiber. Etwa um die Jahrtausendwende wurden, insbesondere in Großstädten, Friseurnamen mit kreativen Wortspielen gängig, zum Beispiel „Vier Haareszeiten“ als Beispiel. Einige Friseursalons differenzieren – in Abhängigkeit von Erfahrung – unterschiedliche Leistungsstufen, die sich für die Kunden in höheren Preisen widerspiegeln.
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